Gewichtszunahme trotz Sport: 6 mögliche Gründe

7. August 2020|5 min|

Wenn du trotz erhöhtem Sportpensum einfach nicht abnimmst – oder sogar zunimmst, kann das unterschiedliche Gründe haben, die in unserem modernen Arbeitsalltag oft unterschätzt werden: eine nicht bedarfsgerechte Ernährung oder Diät, ein unpassender Trainingsplan, Muskelaufbau, hormonelle Ursachen oder auch Ungeduld. Das kann schnell demotivieren. Deswegen ist es wichtig, den Grund zu kennen und ihm entgegenzuwirken.

Wir erklären dir, was für eine Gewichtszunahme trotz Sport verantwortlich sein kann und helfen dir so, dein gewünschtes Ergebnis zu erreichen.

Frau steht auf einer Waage

Das Wichtigste im Überblick

  • Gewicht ist nicht alles: Das Gewicht ist nicht ausschlaggebend für deinen Fitnesszustand, dein Körperfettanteil ist es.
  • Sport und Ernährung sollten sich ergänzen: Eine ausgewogene und gesunde Ernährung im leichten Kaloriendefizit ist ebenso wichtig wie Sport.
  • Schwankungen sind normal: Bei Frauen können Gewichtsschwankungen auch zyklusbedingt sein. Aber auch bei Männern kann der Wasserhaushalt des Körpers die Gewichtszunahme und -abnahme beeinflussen.
  • Der richtige Trainingsplan macht’s: Eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining mit ausreichend Regenerationstagen ist am effektivsten.
  • Langfristig durchhalten: Abnehmen braucht Zeit und die solltest du dir auch nehmen.

Grund 1: Muskeln sind schwerer als Fett

Wenn du Sport treibst, baust du automatisch Muskeln auf. Die wiegen mehr als Fett – das ist wissenschaftlich belegt. Oft werden Erfolge jedoch am Rückgang des gesamten Körpergewichts festgemacht, obwohl dies nicht ausschlaggebend für deinen Fitnesszustand ist. Miss deine Erfolge also am besten anhand deines Körperfettanteils. Das ist häufig in Fitnessstudios möglich. Ansonsten veranschaulicht dir dein Spiegelbild deinen körperlichen Fortschritt immer noch am besten.

Grund 2: Die unpassende Ernährung

Mehr als die Hälfte der Deutschen würde gern mehr Sport treiben. Doch Bewegung allein führt oft nur zu moderatem Gewichtsverlust. Deutlich effektiver ist die Kombination aus regelmäßiger körperlicher Aktivität und einer ausgewogenen und gesunden Ernährung, wie zahlreiche Studien zeigen. Obst und Gemüse tun unserem Körper gut, während wir zuckerhaltige Lebensmittel lieber reduzieren sollten. Berechne am besten deinen individuellen Kalorienverbrauch, um ein passendes Kaloriendefizit für dich zu ermitteln. Eine entsprechende App kann dir hierbei behilflich sein. Hast du ein Gespür für die verschiedenen Kaloriendichten der Lebensmittel? Wenn nicht, kann es dir helfen, die eigenen Kalorien für einen gewissen Zeitraum ebenfalls mit einer App zu tracken.

Grund 3: Schwankender Wasserhaushalt

Bei Frauen sind Gewichtsschwankungen auch zyklusabhängig. Schuld daran ist das Hormon Progesteron, wodurch sich zu bestimmten Zeiten im Zyklus vermehrt Wasser im Körper einlagert. Auch bei Männern kann das Gewicht durch den Wasserhaushalt schwanken – zum Beispiel durch Salzkonsum. Entsprechend ist in solchen Fällen auf die Waage eher kein Verlass. Dann sind andere Messgeräte etwa ein Maßband) aussagekräftiger.

Grund 4: Fehlende Abwechslung oder Intensität beim Training

Eine Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining ist oft am effektivsten. Sogenanntes High Intensity Training (kurz HIT) kurbelt den Stoffwechsel an und hilft beim Abnehmen – das zeigen Studien. Probier doch mal, eine lange Cardio-Einheit mit niedriger Intensität gegen eine HIT-Trainingseinheit auszutauschen. Die Abwechslung sorgt nicht nur für Spaß und Motivation im Training, sondern bringt dir auch den größten Erfolg hinsichtlich Abnehmen.

Grund 5: Crash-Diäten

Knapp 20 Millionen der Deutschen sind grundsätzlich an Diäten und Diätprodukten interessiert. In einer Diät passt sich dein Körper einer reduzierten Kalorienzufuhr an und senkt den Energieverbrauch entsprechend. Umso größer das Defizit, desto größer die Anpassung. Ein moderates Defizit von 300 bis 500 Kilokalorien pro Tag (das entspricht 300 bis 500 Gramm Gewichtsverlust pro Woche) minimiert das Ausmaß dieser Anpassung und macht die Diät dadurch nachhaltiger und verträglicher. Denn extreme Defizite führen zu einer stärkeren Verlangsamung des Stoffwechsels und erschweren langfristig das Abnehmen.

Grund 6: Ungeduld

Abnehmen braucht Zeit und die solltest du dir auch nehmen. Eine Woche das Trainingsprogramm durchgezogen und die Strandfigur scheint noch nicht zum Vorschein zu kommen? Geduld und Durchhaltevermögen sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Denn wer zu früh aufgibt, kommt nie ans Ziel. Rückschläge sind dabei ganz normal. Versuche sie als Chance zu sehen: Du lernst aus ihnen, was du verbessern kannst, und fährst mit neuer Motivation fort.

Fazit: So funktioniert Abnehmen mit Erfolg

Crash-Diäten bringen keinen nachhaltigen Erfolg und auch exzessives Training wird dich nicht schneller zu deinem Traumkörper bringen. Eine ausgewogene Ernährung mit einem leichten Kaloriendefizit, zusammen mit einem Sportprogramm, welches auch Regenerationstage erlaubt, erzielen dagegen nach und nach die Wunschfigur. Und am wichtigsten: Du verlierst nicht so schnell den Spaß und die Motivation, deinen Lebensstil langfristig zu verändern.

Häufig gestellte Fragen

Du kannst die Muskel- und Fettanteile deines Körpers selbst messen (zum Beispiel im Fitnessstudio) oder auch auf äußere Anzeichen achten: mehr Kraft, eine straffere Haut, definierte Muskeln oder locker sitzende Kleidung.

Das kann viele Gründe haben – vom Wasserhaushalt bis zum Muskelaufbau. Eine häufige Ursache ist jedoch eine drastische Kalorienreduktion. Dadurch entziehst du deinem Körper wichtige Energie und verlangsamst deinen Stoffwechsel. Achte also darauf, dass du dich ausgewogen ernährst und dich in einem moderaten Kaloriendefizit bewegst.

Grundsätzlich sind zwei bis drei Sporteinheiten pro Woche zu empfehlen. Um abzunehmen, eignet sich dabei am besten eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Probier’s aus und finde deinen eigenen Flow!

Langsam und stetig – ob beim Lauftraining, Outdoor-Sport oder Yoga. Halte die Intensität und Dauer deiner Sporteinheiten zunächst etwas niedriger und steigere dich langsam, um deine Muskeln und Gelenke wieder an die Belastung zu gewöhnen. Hör dabei immer auf deinen Körper und sorge für genügend Erholungspausen.

Tatsächlich kann zu viel Sport deinem Körper schaden und so das Abnehmen verhindern. Zum Beispiel durch zu viel Stress und Entzündungen im Körper, einen erhöhten Appetit, der dein Kaloriendefizit wieder ausgleicht, und einfache Überanstrengung. Das verlangsamt den Stoffwechsel und bewirkt das Gegenteil von dem, was du dir eigentlich erhoffst. Also: Lass es besser langsam angehen.

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