Mitarbeitergesundheit — Strategien, Maßnahmen, Förderung.

Gesunde Mitarbeitende fehlen seltener, bleiben länger im Unternehmen und arbeiten konzentrierter. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) sorgt dafür planvoll: mit Strukturen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten, die Gesundheit zum festen Bestandteil des Arbeitsalltags machen.

Der Einstieg scheitert oft an der Unübersichtlichkeit. BGM, BGF und Arbeitsschutz werden vermischt, dabei unterscheiden sie sich in Pflicht, Förderung und Reichweite. Genau da beginnt jede sinnvolle Planung.

Der Staat fördert den Einstieg: Bis zu 600 Euro pro Mitarbeitendem und Jahr bleiben für zertifizierte Gesundheitsangebote steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nr. 34 EStG).

Lächelnde Frau mit lockigem Haar in einem Business-Meeting im Büro

Darum ist die Prävention von psychischen Erkrankungen wichtig

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„Krankt die Psyche, ist der Mensch krank – und mit ihm die Gesellschaft. Wie gut kann der Befund einer Gesellschaft sein, wenn jedem Vierten von uns ein psychisches Leiden diagnostiziert wird?“ – DGPPN, 2018. In Deutschland sind jedes Jahr 27,8 % der Erwachsenenbevölkerung von psychischen Erkrankungen betroffen. Die häufigste Diagnose ist dabei die depressive Episode. Im Falle einer psychischen Erkrankung weicht das Empfinden des Lebens von den tatsächlichen Umständen ab. Das Befinden der Erkrankten beeinträchtigt sie stark. Ebenso können die Betroffenen ihr Verhalten nicht wie gewünscht steuern oder handeln irrational. Eine psychische Erkrankung geht mit einer erheblichen Minderung der Lebensqualität einher (psyGA, n.d.).

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

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Im November letzten Jahres wurde das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz vom Bundestag beschlossen und trat zum 01.01.2019 in Kraft. Der Pflegenotstand ist schon lange ein Problem und mit dem Gesetz sollen die Arbeitsbedingungen in der Pflege durch mehr Personal und strukturelle Anpassungen verbessert werden. Die Änderungen werden die Pflegekräfte unterstützen. Damit wird die Qualität in der Pflege verbessert, was auch den Patienten und Patientinnen zu Gute kommt.

Was ist BGM und BGF?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der strategische Rahmen: Es verankert Gesundheit dauerhaft in den Strukturen und in der Führung deines Unternehmens. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist ein Teil davon und meint die konkreten, freiwilligen Angebote wie Bewegungsprogramme, Ernährungskurse oder Stressprävention.

Dazu kommt der gesetzliche Arbeitsschutz, der für jeden Arbeitgeber verpflichtend ist. BGM und BGF sind dagegen freiwillig, werden aber steuerlich und durch die Krankenkassen gefördert. Wie weit deine Pflichten als Arbeitgeber tatsächlich reichen, liest du im Artikel zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

Einen vollständigen Einstieg mit Zielen, Handlungsfeldern und Umsetzungsschritten bekommst du im BGM-Guide. Wie du Gesundheitsförderung konkret startest, zeigt der Beitrag zu den Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.

Typische Herausforderungen

Hohe Fehlzeiten sind das sichtbarste Warnsignal und zugleich der Punkt, an dem BGM den Nachweis antreten muss. Krankheitstage haben selten eine einzige Ursache. Wer sie senken will, braucht Daten zur Ausgangslage und Maßnahmen, die an den tatsächlichen Ursachen ansetzen — wie, das liest du im Artikel Fehlzeiten reduzieren.

Das Homeoffice hat eigene Belastungen geschaffen: Bewegungsmangel, fehlende Ergonomie am Küchentisch und verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Feierabend. Gesundheitsangebote müssen Mitarbeitende deshalb auch zuhause erreichen, etwa über digitale Kurse und klare Pausenregeln. Konkrete Tipps gibt der Artikel Gesund im Homeoffice.

Psychische Gesundheit bleibt in vielen Unternehmen ein Tabuthema, obwohl psychische Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für lange Ausfallzeiten gehören. Führungskräfte brauchen Gesprächskompetenz und klare Anlaufstellen. Wie du beides aufbaust, zeigt der Artikel zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz.

FAQs zum Thema Mitarbeitergesundheit

Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?2026-07-23T14:29:09+02:00

BGM ist der dauerhafte Management-Rahmen, BGF sind die konkreten Maßnahmen darin. Ein Rückenkurs ist BGF; die Entscheidung, Gesundheit fest in Führung und Prozesse einzubauen, ist BGM.

Ist betriebliches Gesundheitsmanagement gesetzlich verpflichtend?2026-07-23T14:30:09+02:00

Nein, BGM als Ganzes ist freiwillig. Verpflichtend sind der gesetzliche Arbeitsschutz und die Gefährdungsbeurteilung, die auch psychische Belastungen umfasst. Darüber hinaus setzt die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers Mindeststandards.

Welche BGM-Maßnahmen sind am wirksamsten?2026-07-23T14:30:50+02:00

Am meisten bewirken Maßnahmen, die regelmäßig stattfinden und leicht zugänglich sind: Bewegungsangebote, ergonomische Arbeitsplätze, Stressprävention und gesundheitsorientierte Führung. Einmalige Aktionen wirken nur kurz. Konkrete Praxisfälle findest du im Artikel Betriebliches Gesundheitsmanagement: Beispiele aus der Praxis.

Wie führe ich BGM im Unternehmen ein?2026-07-23T14:31:28+02:00

Starte mit einer Analyse: Fehlzeiten, Altersstruktur und eine Befragung der Mitarbeitenden. Danach folgen Zielsetzung, Maßnahmenplanung und Erfolgskontrolle, am besten mit einer festen verantwortlichen Person. Die Schritte im Detail beschreibt der BGM-Guide.

Wie senkt BGM die Fehlzeiten?2026-07-23T14:32:04+02:00

BGM senkt Fehlzeiten, wenn es an den echten Ursachen ansetzt, etwa Rückenbeschwerden durch langes Sitzen oder psychische Belastung. Der Effekt braucht meist mehrere Monate, hält dann aber an. Ursachen und Gegenmaßnahmen im Detail: Fehlzeiten reduzieren.

Wie steigere ich die Teilnahmequote an BGM-Angeboten?2026-07-23T14:33:43+02:00

Drei Dinge wirken am stärksten: Angebote in die Arbeitszeit legen, Führungskräfte als Vorbilder gewinnen und die Mitarbeitenden bei der Auswahl beteiligen. Pflichtveranstaltungen erzeugen Widerstand. Warum die Quote oft niedrig bleibt, analysiert der Artikel zur BGM-Teilnahmequote.

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