Ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Mit den richtigen Schritten zum Ziel
Ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) verbindet die drei Säulen Arbeitsschutz, betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) – und verankert Gesundheit darüber hinaus als zentralen Wert im Unternehmen. Es nimmt die Gesundheit der Mitarbeitenden in allen Facetten in den Blick: körperlich, psychisch und sozial, am Arbeitsplatz wie in der Freizeit. Dafür sprechen betriebswirtschaftliche Gründe ebenso wie die soziale und ethische Verantwortung des Arbeitgebers: Gesunde Mitarbeitende sind leistungsfähiger, seltener krank und bleiben länger im Unternehmen. Dieser Beitrag erklärt die Bestandteile eines ganzheitlichen BGM, zeigt, welche Ziele es verfolgt, und liefert eine 10-Punkte-Checkliste für die Umsetzung.

Inhaltsverzeichnis
- Was ist ganzheitliches BGM? Die drei Säulen
- Der entscheidende Punkt: Gesundheit als zentraler Wert
- Baustein BGF
- Körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz
- Welche Ziele hat ein ganzheitliches BGM?
- 10-Punkte-Checkliste für ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen
- Fazit: Ganzheitliches BGM stärkt Unternehmen nachhaltig
- Wie Epassi dich beim BGM unterstützt
- Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ganzheitliches BGM? Die drei Säulen
Der Mensch steht im Mittelpunkt eines ganzheitlichen BGM. Ziel ist ein gesundheitsförderlicher Arbeitsplatz und die menschengerechte Gestaltung der Arbeit selbst. Das gilt umso mehr in einer Arbeitswelt, die schneller, anonymer und digitaler geworden ist. Das klassische BGM besteht aus drei Säulen:
- Arbeits- und Gesundheitsschutz – verpflichtend
- Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) – verpflichtend
- Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) – freiwillig
Der Arbeits- und Gesundheitsschutz (Arbeitsschutzgesetz) soll Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen vermeiden. Das BEM begleitet Beschäftigte nach längerer Krankheit zurück in den Arbeitsalltag; Arbeitgeber müssen es anbieten, sobald jemand innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig war (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Bei der BGF dreht sich alles um die individuelle Mitarbeitergesundheit: Sie ist freiwillig, wird aber von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt (§ 20b SGB V).
Der entscheidende Punkt: Gesundheit als zentraler Wert
Ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement setzt neben diesen drei Elementen einen weiteren Aspekt voraus:
Gesundheit als zentraler Wert in der Arbeitswelt.
Das hat zwei Seiten. Sämtliche arbeitsbezogenen Faktoren und Prozesse (Aufgaben, Arbeitszeiten, Pausengestaltung) werden unter gesundheitlichen Aspekten betrachtet und bei Bedarf angepasst. Zugleich schafft das Unternehmen Rahmenbedingungen und sendet Impulse in die Belegschaft, die ein gesundheitsförderndes Verhalten der Mitarbeitenden auch in der Freizeit anstoßen.
Im Vordergrund stehen Maßnahmen mit einem dauerhaften direkten oder indirekten Effekt auf die Mitarbeitergesundheit. Kurzfristige Aktionen mit Eventcharakter, etwa ein einzelner Gesundheitstag, spielen eine untergeordnete Rolle, auch wenn von ihnen positive Impulse ausgehen können. Verschiedenste Maßnahmen stärken die physischen und psychischen Ressourcen und damit die Resilienz der Belegschaft. Der BGF kommt dabei eine zentrale Rolle zu.
Baustein BGF
Die betriebliche Gesundheitsförderung will die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden erhalten und stärken. Sie adressiert das physische, psychische und soziale Wohlbefinden; davon profitieren auch Motivation, Produktivität und Engagement. Welche fünf Maßnahmen sich in der Praxis besonders eignen, zeigt unser Beitrag zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.
Körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz
Regelmäßige Pausen mit Gelegenheit zu Bewegung und Entspannung gehören ebenso dazu wie ein ergonomischer Arbeitsplatz: höhenverstellbare Tische, individuell einstellbare Stühle, passende Arbeitsmittel. Das beugt Rückenproblemen und Verspannungen vor. Konkrete Maßnahmen sind etwa bewegte Pausen im Arbeitsalltag, Rückenkurse oder ein Firmenfitness-Angebot, das Beschäftigten Sport- und Gesundheitseinrichtungen zugänglich macht.
Soziales Wohlbefinden
Menschen möchten sozial eingebunden sein und sich zugehörig fühlen. Dafür braucht es regelmäßigen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, funktionierende Teams und wertschätzende Führungskräfte. Für die Pflege sozialer Kontakte außerhalb der Arbeitszeit ist eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig. In vielen BGM-Konzepten wird dieser Bereich unterschätzt.
Psychische Gesundheit und Stressmanagement
Die psychische Gesundheit beeinflusst das gesamte Wohlbefinden, bis hin zur körperlichen Gesundheit. Unbeachtete Belastungen führen zu Produktivitätseinbußen und im schlimmsten Fall zu Arbeitsausfällen. Ein ausgewogenes Gesundheitsprogramm enthält deshalb Angebote zur Stressbewältigung, zur Stärkung der Resilienz und zur Unterstützung bei psychischen Problemen. Welche rechtlichen Pflichten Arbeitgeber dabei haben, behandelt unser Beitrag zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.
Gesunde Freizeitgestaltung
Das Gesundheitsverhalten der Mitarbeitenden lässt sich am wirksamsten über Programme beeinflussen, die eine gesunde Freizeitgestaltung fördern. Solche Angebote sollten vielfältig und flexibel nutzbar sein, damit sie sich einfach in den Alltag integrieren lassen. Außerdem sollten sie Belohnungscharakter haben und die Wertschätzung des Arbeitgebers zeigen. Ein Beispiel ist die bezuschusste Mitgliedschaft in einem Firmenfitness-Netzwerk, mit der Beschäftigte Studios, Schwimmbäder oder Online-Kurse in ihrer Freizeit nutzen.
Welche Ziele hat ein ganzheitliches BGM?
Ein ganzheitliches BGM verfolgt im Kern fünf Ziele:
- Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden langfristig erhalten
- Arbeitsbedingungen und Prozesse gesundheitsgerecht gestalten
- Fehlzeiten und krankheitsbedingte Kosten senken
- Physische und psychische Ressourcen der Belegschaft stärken, Belastungen früh erkennen
- Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung erhöhen
Messbar werden diese Ziele über Kennzahlen wie Krankenstand, Fluktuation und die Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen. Die Evaluation gehört deshalb fest zur folgenden Checkliste.
10-Punkte-Checkliste für ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen
Die folgende 10-Punkte-Checkliste hilft bei der Planung eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements im Unternehmen, damit du mit den richtigen Schritten zum Ziel gelangst.
- Ganzheitlich: Ein ganzheitliches BGM betrachtet die Gesundheit der Mitarbeitenden in all ihren Facetten und integriert Gesundheitsförderung sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit.
- Nachhaltig: Nachhaltiges BGM setzt langfristige Maßnahmen um, die kontinuierlich die Gesundheit der Belegschaft verbessern und langfristige positive Auswirkungen auf das Unternehmen haben.
- Managementaufgabe: Die Verantwortung für das BGM liegt beim Management, welches die Ressourcen und Unterstützung für die Umsetzung bereitstellt.
- Struktur, Ziel, Planung: BGM erfordert eine klare Struktur, definierte Ziele und eine umfassende Planung, um effektiv umgesetzt zu werden.
- Partizipation: Die aktive Einbeziehung der Mitarbeitenden in die Gestaltung und Umsetzung von BGM-Maßnahmen ist entscheidend, um Akzeptanz und Engagement sicherzustellen.
- Individualität: BGM sollte individuelle Bedürfnisse und Unterschiede der Mitarbeitenden berücksichtigen, da nicht alle die gleichen Gesundheitsbedürfnisse haben.
- Investition: BGM erfordert finanzielle und personelle Investitionen, die sich jedoch langfristig durch gesteigerte Produktivität und reduzierte Krankheitsausfälle auszahlen können.
- Prozessgestaltung: Die Umsetzung eines BGM erfordert klare Prozessgestaltung, um sicherzustellen, dass Maßnahmen effektiv umgesetzt werden.
- Fachexpertise: Die Einbindung von Fachexpertinnen und -experten kann dazu beitragen, dass BGM-Maßnahmen fundiert und effektiv sind.
- Evaluation: Die kontinuierliche Bewertung und Anpassung eines BGMs ist wichtig, um sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht werden und die Maßnahmen den gewünschten Effekt haben.
Fazit: Ganzheitliches BGM stärkt Unternehmen nachhaltig
Ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement ist eine Investition in die Gesundheit der Mitarbeitenden – und damit in den langfristigen Unternehmenserfolg. Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen Leistungsfähigkeit und Motivation und darüber die Produktivität unmittelbar. Attraktive BGF-Maßnahmen senken zudem spürbar die Fehlzeiten; wie das gelingt, zeigt unser Beitrag Fehlzeiten reduzieren. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Arbeits- und Fachkräftemangels wird ein glaubwürdiges Gesundheitsmanagement außerdem zum Faktor für die Arbeitgeberattraktivität und damit für die Gewinnung und Bindung von Personal.
Wie Epassi dich beim BGM unterstützt
Epassi unterstützt Unternehmen beim Aufbau der dritten Säule, der betrieblichen Gesundheitsförderung. Mit Firmenfitness erhalten deine Mitarbeitenden Zugang zu einem deutschlandweiten Netzwerk aus Sport-, Gesundheits- und Wellness-Angeboten: eine BGF-Maßnahme, die sich flexibel in den Alltag integrieren lässt und auch in der Freizeit wirkt. Unser Team berät dich bei Konzept und Einführung.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein ganzheitliches BGM?
Ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement verbindet die drei Säulen Arbeitsschutz, betriebliches Eingliederungsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung und verankert Gesundheit als zentralen Wert im Unternehmen. Es bezieht körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden ein, am Arbeitsplatz und in der Freizeit.
Aus welchen drei Säulen besteht das BGM?
Arbeits- und Gesundheitsschutz (verpflichtend), betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM, verpflichtend) und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF, freiwillig). Die ersten beiden Säulen sind gesetzlich geregelt; die BGF gestaltet jedes Unternehmen selbst.
Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?
Das BGM ist der übergeordnete Managementprozess, der alle gesundheitsbezogenen Strukturen und Maßnahmen im Unternehmen steuert. Die BGF ist eine seiner drei Säulen: das freiwillige Angebot zur Förderung der individuellen Mitarbeitergesundheit, etwa durch Bewegungs-, Ernährungs- oder Entspannungsangebote.
Welche Ziele hat ein ganzheitliches BGM?
Im Kern: Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft langfristig erhalten, Arbeitsbedingungen gesundheitsgerecht gestalten, Fehlzeiten senken und die Arbeitgeberattraktivität erhöhen. Messbar werden die Ziele über Kennzahlen wie Krankenstand, Fluktuation und Mitarbeiterzufriedenheit.
Wie führt man ein ganzheitliches BGM ein?
Mit klarer Struktur, definierten Zielen und einer Planung, die vom Management getragen wird. Die 10-Punkte-Checkliste in diesem Beitrag führt durch die wichtigsten Schritte, von der Zieldefinition über die Beteiligung der Mitarbeitenden bis zur Evaluation.
Welche Maßnahmen gehören zu einem ganzheitlichen BGM?
Verhältnisbezogene Maßnahmen wie ergonomische Arbeitsplätze, gesundheitsgerechte Arbeitszeiten und Pausenregelungen sowie verhaltensbezogene Maßnahmen wie Bewegungsangebote, Stressbewältigungskurse oder Firmenfitness. Wirksam wird ein BGM durch die Kombination beider Ebenen.
Warum ist BGM Aufgabe des Managements?
Weil das Management Ressourcen, Budget und Prioritäten festlegt. Ohne Rückhalt der Führung bleiben Gesundheitsmaßnahmen Einzelaktionen; erst als Managementaufgabe wird BGM dauerhaft in Strukturen und Prozessen verankert.
Was bringt ein ganzheitliches BGM dem Unternehmen?
Geringere Fehlzeiten, höhere Produktivität und eine stärkere Bindung der Mitarbeitenden. Dazu kommt der Effekt im Recruiting: Ein sichtbares Gesundheitsmanagement macht Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver.

